Maker Faire Berlin

Am Freitag hatte ich die Möglichkeit, mit einem Arbeitskollegen die Messe rund um kreatives Gestalten mit digitalen Technologien zu besuchen. Schon Wochen vorher, seit ich zufällig über die Maker Bewegung gestolpert bin, freute ich mich drauf – besonders auf die Möglichkeit, bereits am Freitag vor Ort zu sein, denn dann öffnete die Messe nur für Lehrer:innen und Schulklassen. Da ich zwar selbst nicht unterrichte, aber als Fortbildnerin im MINT-Bereich arbeite, fand ich es spannend zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen auf diese vielen, manchmal doch sehr speziellen Projekte reagierten.

Ich selbst bin auf die Maker Bewegung über das (frei zugängliche und sehr empfehlenswerte) „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“ von Sandra Schön und Martin Ebert gestoßen (OER) und war von der didaktischen Herangehensweise begeistert. Also dachte ich, ich mach mich in dem Bereich mal schlau und führ ein paar Projekte durch, aber nach der Maker Faire weiß ich, unsere Lernwerkstatt wird selbst zum Makerspace!

Die Maker Faire Berlin heißt ihre Besucher willkommen.

Vor der Messe studierte ich fleißig das Programm und markierte mir die Projekte/ Firmen/ Vorträge, die ich auf keinen Fall verpassen wollte. Da ich während des Besuchs vor lauter Reizüberflutung und Begeisterungsausrufen kaum zum Fotografieren gekommen bin, gibt’s hier meine Highlights nur als Linkliste.

  • Die Makerschule – ein Makerspace in einem Gymnasium, dessen Team mit Schüler:innen wahnwitzige Mammutprojekte in nur 5 Tagen konzipiert/baut/designt/programmiert/3D-druckt uvm.
  • dEIn Labor – das Schülerlabor der TU Berlin, hier werden Workshops zu aktuellen Technikthemen von Studierenden der Fakultät durchgeführt
  • Junge Tüftler– Initiative, die über spielerische Zugänge Begeisterung für Technologien wecken will
  • Technologiestiftung Berlin -die verleihen nämlich eine sog. „Hacking Box“, die MaKey MaKeys, Arduinos und Raspberry Pis beinhaltet. Bevor wir nämlich die Katze im Sack kaufen, will ich mir die gehypten Schmuckstücke mal vornehmen.
  • FabLab Berlin – offene Entwicklerwerkstatt, die Zugang zu High-Tech-Werkzeug bietet
  • xHain – hack+ makespace, vor allem wegen des Damensalons der @heartsofcode
  • Raspberry Jam Berlin-Raspberry Pi Bastler mit coolen Projekten (ich sag nur spinning Tardis!)

 

Es gab auch noch ein hervorragendes Vortragsprogramm, aus Zeitmangel konnte ich leider nur einen (völlig zu Unrecht sehr schlecht besuchten) hören: Dr. Engelbrecht von der KLAX Kreativwerkstatt sprach über „Lernen in Makerspaces – Worauf sollten pädagogische Fachkräfte achten?“
In der KLAX Kreativwerkstatt werde ich mich demnächst noch mal  genauer umsehen und ausführlicher berichten.

Mein Fazit

Ich fand es eine tolle Idee, die Messe an einem Tag nur für Schüler:innen und Lehrer:innen zu öffnen. Es wird von vielen Seiten so viel an Schule und Unterricht herumkritisiert (veraltete Inhalte, nicht relevant für die Lebenswelt der Kinder/Jugendlichen, zu frontal etc…), dass gern vergessen wird, solche Angebote für diese Zielgruppe überhaupt erst einmal zu öffnen und Lehrer:innen und Schüler:innen zu zeigen, hey, so geht Lernen auch und das tut gar nicht weh! Ganz im Gegenteil – während du Spaß an deinem eigenen Projekt hattest, hast du übrigens Programmieren/Löten/Stricken/… gelernt, genial oder?

Es wird immer klarer, dass selbstorganisiertes Lernen mehr und mehr in den Vordergrund rücken wird. Lehrer:innen, die sich nicht dagegen wehren und offen sind für neue Ansätze (Fehler sind was Gutes! je früher man scheitert, desto besser!), können von der Maker Bewegung nur profitieren.

Ich wäre gern als Privatperson noch mal gekommen (z.B. um postapokalyptischen Schmuck zu basteln), aber das ließ sich leider nicht einrichten.

Danke für mind. 200 Inspirationen, Macher der Maker Faire Berlin!

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Zum Weiterlesen: Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr (Hrsg.) (2016): Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten.

 

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Über karachokaro

Mit ultimativem Mann, Turbo-Tochter und Kater im grünsten Bezirk Berlins: Köpenick. Ist das noch Berlin?? Ja, ist es. Und schön noch dazu! Ich schreibe hier über das, was mich bewegt, interessiert, begeistert - vom saarländischen Zimtwaffelrezept bis Coding-Workshops.
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