Septemberkind

Bevor ich schwanger wurde, hatte ich keine Ahnung, dass man sich den Luxus irgendwann schwanger zu werden, eigentlich gar nicht leisten kann. Irgendwie war ich so naiv zu glauben, dass, wenn das Kind dann da ist, sich schon alles fügen wird. Jetzt ist meine Tochter 14 Monate alt und ich bin um einiges klüger. Der ideale Geburtsmonat richtet sich danach, wann das Kind in eine Betreuung soll! Die Formel zum Glück lautet also: gewünschter Betreuungsbeginn minus Dauer der Schwangerschaft minus Elternzeit minus evtl. individuelle Entscheidungen = idealer Zeitpunkt für den Schwangerschaftsbeginn.
Diesen Zeitpunkt sollten sich Paare mit Kinderwunsch rot im Jahreskalender markieren. Ist er unschwanger verstrichen, tja: neues Jahr, neues Glück!
Nun bin ich in einer Situation, um die mich viele werdende und gewordene Mütter bereits in der Schwangerschaft beneideten: meine Tochter wurde im September geboren! Yeah! Punktlandung! Doch anstatt vor Freudentaumel beinahe das Neugeborene fallen zu lassen, war ich nicht sooo begeistert:

Mein Töchterchen soll doch erst mit anderthalb in den Kindergarten!!

Unverständnis von allen Seiten schlug und schlägt mir immer noch entgegen. Immerhin ist es hier sozusagen der Normalzustand, dass Kinder mit einem Jahr fremdbetreut werden. Mütter, die das nicht wollen sind überbehütende Glucken oder arbeitsscheu.
Keine der beiden Kategorien trifft auf mich zu, mir war ein Jahr einfach nur zu jung. Noch dazu hatten wir keinen leichten Start ins Familienleben und wollen jede Sekunde zu dritt auskosten, bevor das Leben uns Ernst vorbeischickt.

Viele Worte, um eigentlich nur eins loszuwerden: es gibt keine verdammten Kitaplätze im Frühjahr! Und diese ominösen Wartelisten treiben mich zur Weißglut.
Ich verbringe also einen Großteil des Tages damit, herumzutelefonieren, mit meinem charmantesten Telefon-Ich die Kitaleitungen um den Finger zu wickeln und armen Tagesmüttern und -vätern in meiner näheren Umgebung aufzulauern.
Alles keine erfolgversprechenden Methoden. Aber ich gebe nicht auf!

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Septemberkind

3 Gedanken zu “Septemberkind

  1. Hi, ich kann dich voll und ganz verstehen. Mein Sohn wurde im Februar 2013 geboren. Als ich mich wegen einem Kitaplatz erkündigte, hieß es von allen Seiten „Nur ab August/September“. Als Winterkindmutter hat man quasi die A…Karte, zumal das Elterngeld nur 12 Monate geht und dann darf man schauen, wie man sich finanziert. Ich habe tatsächlich keinen Platz im Winter/Frühjahr gekommen, sondern erst im September . Aber ich fand es ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, denn auch für mich liegt das ideale Alter für den Kitaanfang zwischen anderthalb und zwei. Liebe Grüße und viel Glück bei der Suche, Silvi http://www.eckenberlins.wordpress.com

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    1. Hi Silvi,

      ja, als Winterkindmutter ist die Situation genauso ätzend. Bei uns sieht auch alles danach aus, dass es erst mit zwei Jahren was wird. Mal schauen!
      Dein Blog sieht echt interessant aus! Komm gern mal nach Köpenick, das ist auch ne interessante Ecke Berlins 😉 davon solls hier in nächster Zeit auch was zu sehen geben!
      Liebe Grüße, Karo

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